Flucht im Wandel der Zeit: Homs/Syrien – am 17.11. im Wohnzimmer

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Flucht und Migration gab es schon immer. Seit jeher verlassen Menschen ihre Heimat, um andernorts nach Sicherheit, Freiheit oder einem besseren Leben zu streben. Unzählige Menschen haben dabei in der Vergangenheit Erfahrungen gesammelt, von denen wir in der heutigen Situation viel lernen können. Das ist der Sinn unserer Veranstaltungsreihe “Flucht im Wandel der Zeit”, in deren Rahmen viele Zeitzeug/innen von ihren unterschiedlichen Flucht- und Ankommenserfahrungen berichten.

Am Samstag, 17.11., um 18:30 Uhr wird im Wohnzimmer eine weitere, bewegende Fluchtgeschichte erzählt: Kinan Kandalaft aus Homs/Syrien schickte im Frühjahr 2015 über Facebook einen Hilferuf aus seiner Heimatstadt hinaus in die Welt. Die Nachricht: Ich halte es hier nicht mehr aus, ich muss hier weg, wenn ich überleben möchte. Es drohte der Einzug ins Militär und die unfreiwillige, lebensbedrohliche Teilnahme an einem sinnlosen Krieg.
Damals war die ehemals florierende Großstadt Homs mitten in die undurchsichtigen Wirren des Krieges verstrickt, weite Teile des Stadtgebietes waren komplett zerstört und an ein sicheres Leben war nicht zu denken.

Kinan verschickte seine verzweifelte Nachricht an viele Organisationen in aller Welt, und so erreichte sie über unseren Facebook-Admin Jochen Schiersch auch unsere Gruppe in Fulda.
Jochen und Kinan blieben über Monate hinweg in Kontakt und versuchten vergeblich, einen legalen Weg zu finden, um Kinan die Ausreise nach Deutschland zu ermöglichen. Am Ende blieb dem jungen Syrer nur die lebensgefährliche Flucht über die Balkanroute, an deren Ende sich Kinan und Jochen im Sommer 2015 schließlich zum ersten mal in Deutschland persönlich trafen.

Während diesem Prozess entstand zwischen den beiden eine innige Freundschaft unter erschütternden Rahmenbedingungen.

Beide kommen am 17.11. ins Wohnzimmer, um ihre bewegende Geschichte, untermalt mit vielen Bildern, zu erzählen.

Der Eintritt ist frei. Wir hoffen auf viele Gäste, denn eines dürfen wir bei der gesamten öffentlichen Debatte über das Thema Asyl und Flucht nie verlernen: Empathie für andere Menschen zu empfinden!