Standpunkte

Nach dem Berliner Anschlag

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“Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben; nur Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben; nur Liebe kann das.”

Am Abend des 19.12.  haben wir in unserem Welcome In Wohnzimmer ein wunderschönes Fest gefeiert. Wir haben uns gegenseitig beschenkt, haben zusammen Weihnachtslieder gesungen, getanzt, Spiele gespielt, zusammen gegessen und richtig viel Spaß gehabt. Vielen Dank an den Ausländerbeirat der Stadt Fulda für die Spende, die uns diese Feier ermöglicht hat.

Im Laufe des Abends sickerte aber durch: In Berlin gab es einen schlimmen Anschlag. Schon vorher war die Stimmung bei vielen von uns gemischt, wegen der katastrophalen Geschehnisse, unter anderem in Aleppo. Und jetzt auch noch das. Es war ein komisches Gefühl: Bei uns herrschte glückliches Zusammensein, während anderswo Terror zu Leid und Trauer führt. Wir haben uns gefragt: Was können wir machen?

Natürlich werden wir so weitermachen wie bisher. Was wollen denn Terroristen erreichen? Sie wollen spalten. Sie wollen klare Feindbilder erzeugen und so Menschen für sich gewinnen. Sie wollen Angst erzeugen. Eine so harmonische gemeinsame Feier wie die unsere am gestrigen Abend passt mit Sicherheit nicht in ihre verstörende Ideologie. Deshalb schicken wir, Ehrenamtliche aus vielen verschiedenen Ländern und mit verschiedenen Glaubensrichtungen, ganz viel Liebe von der Wohnzimmer-Baustelle hinaus in die Welt.

Wir wünschen euch allen ein frohes und friedliches Weihnachtsfest!
Euer Team von Welcome In Fulda.

 

Warum sich Welcome In am Donnerstag (29.09.16) nicht an der Demo „Jugend gegen Rassismus“ beteiligt

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Im letzten April fand bereits eine Demonstration unter dem Motto „Jugend gegen Rassismus“ statt,  bei der mehrere unserer Ehrenamtlichen mitliefen und einer von ihnen einen Redebeitrag hielt. Auch diesen September 2016 wird wieder zu einer antirassistischen Demo aufgerufen. Doch dieses Mal haben wir uns dagegen entschieden, uns einzuklinken. Wieso?

Ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen, ist eine gute und dringend notwendige Sache. In unserer alltäglichen Arbeit mit Asylsuchenden stoßen wir immer wieder auf strukturelle Missstände in Politik und Behörden und teils ablehnende Haltungen und Vorurteile innerhalb der Bevölkerung. Auch die zunehmende Zahl an rechtsmotivierten Anschlägen gegen Asylunterkünfte beobachten wir mit Sorge – das BKA zähle in den ersten acht Monaten diesen Jahres 118 solcher Gewaltdelikte!

Rassismus zu ignorieren wäre also fatal. Doch ebenso ist es unserer Meinung nach verzerrend,  Rassismus auf „den Klassenkampf“ zurückzuführen oder Fluchtursachen auf einen „deutschen Imperialismus“ zu verkürzen. Solche und andere problematische Parolen (etwa bezüglich des Nah-Ost-Konflikts) sind uns im Rahmen der letzten Demonstration im Frühling sauer aufgestoßen. Diesen Statements möchten wir keine Bühne geben.

Stattdessen setzen wir auf Dialog und eine nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit. Wir möchten Sprachrohr für die Interessen von Geflüchteten sein und machen durch Workshops oder Vorträge auf ihre Lebenssituation aufmerksam. Wir erzählen Bürger*innen von unseren positiven Erfahrungen aus unseren sozialen Aktivitäten. Und wir fördern durch Projekte wie dem „Wohnzimmer“ die Begegnung von Menschen mit und ohne Fluchterfahrung – der bekanntlich beste Weg, um Vorurteile abzubauen.

Nach einer schwierigen Abwägung von diesen inhaltlichen Differenzen einerseits und dem gemeinsamen Ziel andererseits, haben wir also unseren Standpunkt gewechselt: Wir als Initiative werden uns nicht an der Demonstration beteiligen. Da uns die Entscheidung nicht leicht fiel, interessiert uns auch eure Meinung dazu: Warum geht ihr zu der Demo? Warum nicht? Wo erlebt ihr Rassismus und wie kann man sich eurer Meinung nach effektiv dagegen stark machen?

Wir sind gespannt auf eure Rückmeldung per Mails meinung@welcome-in.org! Und vielleicht hat der ein oder die andere Lust, sich persönlich mit uns auszutauschen oder unsere Projekte tatkräftig zu unterstützen? Diejenigen laden wir herzlich zu unserem nächsten Stammtisch ein:

>> Donnerstag, der 6. Oktober ab 18:30 im „Rädchen“ (Karlstraße 25)

Ein Aufruf von Isi aus unserer Frauengruppe

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“Das Schneiden und Entkernen der Pflaumen, die zuvor im Garten geerntet wurden, wirkt meditierend. Ich lausche Gesprächen in Arabisch, Pashtu und Dari, die ich nicht verstehe. Zwischendurch unterhalten wir uns auf Deutsch. Ich lerne ein paar Brocken Arabisch dazu; vegetarisch (nabati) und sauer (hamid). Währenddessen toben sich die Kinder auf dem Wasserspielplatz aus, strecken ihre Füßlein ins kalte Wasser. Nur die drei Kleinsten spielen und malen friedlich ein paar Tische weiter. Beim Kuchenessen später verziehen sie wegen der Säure der frischen Früchte ihr Gesicht. Es fühlt sich gut an gerade hier zu sein.”

Falls ihr Lust habt euch bei der Welcome In-Frauengruppe mit einzubringen, meldet euch gerne! Wir freuen uns über jede Unterstützung und neue Ideen! Aktuell geplant ist eine Kooperation mit der Küche für Alle, Fulda.
Wir treffen uns jeden 2. Sonntag um 14:30 Uhr. Meldet euch bei uns über frauenprojekt@welcome-in.org.

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Wozu Öffentlichkeitsarbeit? Ein Aufruf.

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„Welcome In“ möchte vor Allem eins: Menschen, die hier her geflüchtet sind ‚grenzenlos willkommen heißen‘. Dafür bietet die Flüchtlingsinitiative viele ehrenamtliche Angebote an – von Deutschkursen über Patenschaften oder ein Frauenprojekt. Wir glauben daran, dass schon viel bewirkt ist, wenn wir auch nur ein paar Asylsuchende dabei unterstützen können, in ihrer neuen Heimat Fuß zu fassen. Dieser Prozess ist für diese Menschen meist nicht leicht und wird leider auch durch rechtliche oder bürokratische Hürden und teilweise auch durch gesellschaftliche Ablehnung erschwert. Deswegen kann es mit bloßer Solidarität oder punktuellen Hilfestellungen längst nicht getan sein!

Unsere Öffentlichkeitsarbeit hat es sich deswegen zum Ziel gesetzt, strukturelle Missstände anzugehen. Durch Informations- und Diskussionsveranstaltungen, Workshops oder Pressearbeit beispielsweise möchten wir über die Lebenssituation von Geflüchteten aufklären. Wir suchen direkten Kontakt zu Fuldaer Bürgern und Bürgerinnen, um uns mit ihnen über unsere Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit auszutauschen und sind außerdem Sprachrohr für Geflüchtete, wenn wir ihre persönlichen Interessen vertreten.

Wie ist es mir Dir? Hast Du Zweifel an der teils einseitigen medialen Berichterstattung über Flüchtlinge, bist mit einer restriktiven Migrationspolitik nicht einverstanden oder besorgt über geäußerte Vorurteile innerhalb deines Umfelds? Und möchtest du dem etwas Positives entgegenwirken?

Wir können immer tatkräftige Unterstützung und frische Ideen gebrauchen. Alle, die an unserer Öffentlichkeitsarbeit interessiert sind (oder unsere Initiative generell kennen lernen möchten), sind herzlich zu einem Kennenlernen und Ideenaustausch bei unserem nächsten Stammtisch eingeladen!

Oder schreibe uns an meinung@welcome-in.org!

Aufruf zum Ehrenamt – Unser Redebeitrag bei der Demo Jugend gegen Rassismus

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Bei der Demo Jugend gegen Rassismus am 27.4.2016 in Fulda war unsere Initiative mit einem Redebeitrag vertreten. Hier die Rede von unserem Aktiven Jochen Schiersch im Wortlaut:
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“Hüttentag” am gestrigen Sonntag – Wir haben viele schöne Ziele :)

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Was für ein Tag gestern!
Über 30 Aktive unserer Initiative sind gestern im Feuerwehrmuseum in Neuenberg zusammengekommen und haben über die Organisation von Welcome In, über bestehende und mögliche künftige Projekte disktuert. Es waren eine Menge schöne Ideen dabei!
Unter anderem brennen wir darauf, zentral in Fulda einen Begegnungsraum in Form eines Cafés oder einer Bar zu gründen, die gemeinsam von Ehrenamtlichen und Geflüchteten eingerichtet und betrieben werden könnte. Neben dem normalen Betrieb könnten dort auch gemeinsame kulturelle Veranstaltungen stattfinden.
Wir haben richtig Lust drauf und suchen nach Unterstützung finanzieller wie logistischer Art.
Wer Interesse hat, uns dabei unter die Arme zu greifen, melde sich bitte unter der E-Mail-Adresse begegnungsraum@welcome-in.org bei uns.
Danke an alle die da waren! Ihr wart spitze!

Hüttentag Gruppenfoto

Offener Brief eines Aktiven von Welcome In an die Identitäre Bewegung

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 Sagt mal – ihr „Identitären“ – Geht’s noch?

Es macht zurzeit die Runde in Fulda und Umgebung: Die sogenannte „Identitäre Bewegung“ macht sich große Sorgen um ihr herzallerliebstes Vaterland. Masseneinwanderung und Asylmissbrauch würden ihre Traditionen, die sie so lieben, zerstören. Drogenhandel, Gewalt- und Eigentumsdelikte, Müll, Ruhestörung und sonstige schreckliche Dinge, die Flüchtlinge angeblich in unser Land tragen, würden sich ungehindert ausbreiten. Und überhaupt seien diese Menschen ja zu über 99% „Wirtschaftsflüchtlinge“, die nur hierherkommen, um unsere Sozialkassen leerzuräumen und den Ur-Deutschen ihre Jobs zu stehlen. Und der ganze Laden voller selbsternannter „Patrioten“ betreibt seine so ehrenvollen Geschäfte offenbar vor allem aus Fulda heraus, wie dieser Artikel der Frankfurter Rundschau entlarvt: http://www.fr-online.de/rhein-main/rechte-bewegung-in-hessen-rechte—stoppt-den-grossen-austausch-,1472796,31119164.html

Ich bin seit Jahren bei der Fuldaer Initiative „Welcome In“ aktiv, die viele Aktionen gemeinsam mit geflüchteten Menschen macht – und ich muss mir ganz verdutzt die Augen reiben, wenn ich solche hohlen Phrasen höre. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als euch, werte „Identitäre“, zu fragen:

Sagt mal – tickt ihr noch ganz richtig?

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Wir haben ein Spendenkonto!

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Nachdem wir monatelang an unserer Satzung gefeilt haben konnten wir gestern endlich ein Konto im Namen unserer Initiative eröffnen!
Es hört auf den schönen Namen “Welcome Initiative” und auf die ein bisschen weniger schöne IBAN DE60530501800043007376.
Für die Fans der guten alten Kontonummer und Bankleitzahl:
Ktnr. 43007376
BLZ: 53050180
Sparkasse Fulda.
Wir hoffen außerdem, dass unsere Arbeit im Laufe der nächsten Tage vom Finanzamt offiziell als gemeinnützig anerkannt wird, sodass wir künftig auch Spendenquittungen ausstellen können. Über Spenden freuen wir uns sehr, damit ließen sich noch viel mehr erreichen als bisher.
Viel mehr als Geld können wir aber weitere Aktive in unserer Initiative gebrauchen – insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Semesterferien, während denen viele aus unserer Gruppe nicht in Fulda sind. Also spendet bitte vor allem: Zeit!

Wir haben eine Satzung!

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Nach monatelanger Arbeit in unserer Freizeit haben wir nun endlich eine eigene Satzung! Da wir eine ganz besondere Initiativenform sind, war es in unserem Fall nicht mit irgendeiner Mustersatzung aus dem Internet getan. Das meiste davon ist tatsächlich ganz alleine auf unserem Mist gewachsen. So haben wir beispielsweise eine “dynamische Mehrheit” für unsere Entscheidungsfindungen beschlossen – wir sind ein bisschen stolz auf die Idee 🙂
Die Satzung ist für alle zugänglich – unter dem Reiter “Downloads” findet ihr außerdem unseren aktuellen Infoflyer. Für Hinweise und Kritik sind wir immer offen, wendet euch einfach an meinung@welcome-in.org.

Neue Gemeinschaftsunterkunft in Neuhof – Protokoll und Meinungen zur Infoveranstaltung des Landkreises

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Am Dienstag, den 17.03.2015, fand im Gemeindezentrum in Neuhof eine Infoveranstaltung des Landkreises statt, während der Fragen zur neuen Unterkunft in der Schachtstraße 15-19 beantwortet und über die bisherige und weitere Vorgehensweise des Landkreises aufgeklärt werden sollte. Wir waren mit drei Aktiven vor Ort und wollen an dieser Stelle über den Abend berichten, eine eigene Stellungnahme zu den Vorkommnissen abgeben und unser geplantes weiteres Engagement in Neuhof vorstellen.

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