Standpunkte

Die Podiumsdiskussion zur Landtagswahl im Wohnzimmer – Jetzt online ansehen!

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Am Montag, 22. Oktober 2018, eine Woche vor den hessischen Landtagswahlen, haben wir die Vertreter/innen der 6 größten Parteien zu uns ins Wohnzimmer eingeladen, um mit ihnen über Menschenrechte zu diskutieren!

Dabei waren: Nick Papak Amoozegar (Die Linke), Philipp Ebert (SPD), Markus Hofmann (Bündnis 90/Die Grünen), Thomas Hering (CDU), Sibylle von Brunn (FDP) und Jens Mierdel (AfD).

Die Diskussion wurde von Hermann Diel (Hessischer Rundfunk) kompetent moderiert und vom Medienprojektzentrum Offener Kanal Fulda professionell aufgezeichnet.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen – und zwar auf unserem Youtube-Kanal! Das Video wurde in die vier inhaltlichen Themen aufgeteilt:

Teil 1 dreht sich um die Themen Ankerzentren und Abschiebungen:

In Teil 2 geht es um die Themen Integration und Ehrenamt:

In Teil 3 wird das Thema Wohnungsnot in Fulda diskutiert:

Im vierten und letzten Teil sprechen die Kandidat/innen über das Thema Bildung und Arbeit, ergänzt durch Schlusswörter und ein Fazit des Moderators Hermann Diel:

Wir wünschen viel Freude beim Anschauen und hoffen auf eine rege Wahlbeteiligung mit fundierten Wahlentscheidungen am 28.10.!

Über 120 Gäste – Podiumsdiskussion im Wohnzimmer verlief kontrovers und fair!

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Am Montag, 22.10., trafen sich im Wohnzimmer Vertreter/innen der 6 größten Parteien im Wohnzimmer, um über die Themen Bleiberecht, Ankerzentren, Integration, Ehrenamt, Wohnungsnot und Zugang zum Arbeitsmarkt zu diskutieren.

Die etwa 80 Plätze im Wohnzimmer waren rasch gefüllt, über einen Livestream konnten etwa 40 weitere Gäste in unserem Welcome In! Studio die Debatte auch auf Großleinwand mitverfolgen.
Die Diskussion wurde von Moderator Hermann Diel vom Hessischen Rundfunk kompetent geleitet. Wir freuen uns besonders, dass  die Diskussion unter den Kandidat/innen und mit den Gästen zwar kontrovers, aber immer fair verliefen. Auch der vom Medienprojektzentrum Offener Kanal Fulda realisierte Live-Stream auf unsere Facebook-Seite wurde gut angenommen und es wurde online fleißig mitdiskutiert.

Wir danken den Gästen, den Kandidat/innen, dem offenen Kanal, den vielen ehrenamtlichen Helfer/innen, Hermann Diel und unserem Kooperationspartner Amnesty International Fulda!
Wer die Debatte nicht mitverfolgen konnte kann sie sich vermutlich ab Mittwoch (24.10.) auf unserem Youtube-Kanal nochmal ansehen!
Mehr Informationen zum Verlauf des Abends gibt es in diesem Bericht von Osthessen-News!
Jetzt heißt es: Am 28.10. wählen gehen! 

Integration – #Somachenwirdas!

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Auf unsere Initiative hin sind im letzten Jahr Vertreter/innen von 11 sozialen Einrichtungen aus dem Landkreis Fulda zusammengekommen, um ihre vielfältige Arbeit im Bereich Integration der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Wir haben uns mehrere Male im Welcome In Wohnzimmer getroffen und uns das folgende, einzigartige Konzept auszudenken:
 
In den nächsten Monaten wird ein Projekt jeder beteiligten Einrichtung von der Pressestelle des Landkreis Fulda besucht. Wir haben uns abgesprochen welches Projekt jeweils besucht wird, sodass es nicht zu inhaltlichen Überschneidungen kommt. Über jedes Projekt wird ein Bericht geschrieben, der auf den Kreisseiten in der Fuldaer Zeitung veröffentlicht wird. Im Laufe eines Jahres wird so ein vielfältiges Bild der lokalen Integrationslandschaft gezeichnet.
 
Das erscheint uns wichtig, denn wir werden in unserer täglichen Arbeit häufig mit Missverständnissen und/oder Vorurteilen konfrontiert, die wir gemeinsam ausräumen möchten. Auch geflüchtete Menschen selbst sollen in der Reihe verstärkt zu Wort kommen und ihre Perspektiven darstellen.
 
Beteiligt an der Aktion sind neben unserem Verein der AWO Kreisverband Fulda, die Diakonie Fulda, die Caritas im Bistum Fulda, Grümel, der Kreidekreis Bildungsverein, der Sozialdienst Katholische Frauen Fulda, der KAB Diözesanverband Fulda e.V., Kolpingjugend DV Fulda und der Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Fulda!
 
Wir danken allen, die sich für diese besondere Aktion viel Zeit genommen haben! #zusammensindwirstark!
 
Mehr Informationen zur Reihe gibt es in diesem Artikel der Fuldaer Zeitung.

„Es hat sich nichts geändert“ – Berthold Dücker leistet mit DDR-Fluchtbericht wichtigen Debattenbeitrag im Welcome In Wohnzimmer

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Flucht gab es schon immer. Zu verschiedenen Zeiten, in unterschiedlichen Teilen der Welt und unter den unterschiedlichsten Bedingungen – und doch gibt es zwischen allen Geschichten von Flucht und Vertreibung klar hervorstechende Parallelen. Diese Ähnlichkeiten unter die Lupe zu nehmen, nach den Hintergründen zu fragen und in Hinblick auf die aktuelle Situation in Fulda zu lernen – damit beschäftigt sich die Vortragsreihe „Flucht im Wandel der Zeit“ im Welcome In Wohnzimmer. Den Anfang machte am Freitag, 17. November, Berthold Dücker, der von seiner Flucht 1964 aus seiner Heimat Geismar/Rhön nach Fulda berichtete.

Berthold Dücker

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Eine Antwort an den “III. Weg”

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Ja, es wurde tatsächlich scharf geschossen am letzten Montag (6.11.) im Wohnzimmer – allerdings nur auf dem Kickertisch, bei unserem super coolen Kickerturnier. Kein Grund also, dass “besorgte Bürger” der sogenannten Partei „Der III. Weg“ für die nationale Sicherheit vor unserer Tür sorgen, wie man auf dem Bild sieht.

Dieses merkwürdige Foto, das von uns nun ein bisschen satirisch bearbeitet wurde, stammt ursprünglich aus einem Artikel auf der Website des „dritten Weges“. Dort wird stolz darüber berichtet, wie die selbst gegründete “Bürgerwehr” in den „dunklen Gassen Fuldas“ und vor dem „Ausländertreff“ unseres Vereins Welcome In! Fulda für Sicherheit sorgt.

Wir Ehrenamtliche von diesem sogenannten „Ausländertreff“ (welcher allgemein unter dem Namen „Wohnzimmer“ bekannt ist) wollen an dieser Stelle noch einmal klar machen: Das höchste Ziel unseres Vereins ist ein friedliches und freundliches Miteinander aller Menschen in Fulda. Wir arbeiten zusammen mit Menschen aus der ganzen Welt an diesem Ziel, indem wir uns regelmäßig zu spannenden Veranstaltungen und coolen Aktionen im Wohnzimmer treffen, uns austauschen und kennen lernen. Es sind dort ALLE Menschen auf einen Kaffee oder eine Runde Kicker willkommen, egal woher sie kommen oder wie sie aussehen.

Deswegen laden wir auch unsere “besorgten Mitbürger” der Bürgerwehr herzlich ein, das nächste Mal einfach rein zu kommen anstatt vor der Tür zu stehen und sich den Allerwertesten abzufrieren. Es ist viel gemütlicher und sinnvoller, sich bei einer Tasse Kaffee oder Tee über unser Tun zu informieren, anstatt sich draußen in der Kälte aufgrund von Gerüchten und einem Mangel an Informationen Sorgen über Sicherheit zu machen.

Ein kleiner, konstruktiver Hinweis zum Schluss: Stellen Sie sich für einen Moment vor Sie gehen abends nach Hause und begegnen in einer der „dunklen Gassen Fuldas“ drei großgewachsenen, dunkel gekleideten Männern mit Kapuze. Würden Ihnen das ein Gefühl der Sicherheit geben?

Wenn Sie wirklich etwas für die Sicherheit Fuldas tun wollen – dann lassen Sie diesen Quatsch, Sie sind damit sowas von auf dem (dritten) Holzweg!

Menschenfreundliche Grüße aus dem Welcome In Wohnzimmer!

„Wir wollen aktiv an dieser Gesellschaft mitwirken“: Ein Geflüchteter schreibt an Deutschland

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Mofeed Abdalla aus Syrien wohnt seit zwei Jahren in Deutschland und seit einem Jahr in Fulda. In seiner Freizeit engagiert er sich ehrenamtlich für Welcome In. Mit ein wenig sprachlicher Hilfe hat er einen Brief geschrieben, in dem er sein Wort an Deutschland und insbesondere an seine jetzige Heimatstadt richtet:

Liebe Deutsche, liebe Fuldaer,

mein Name ist Mofeed Abdalla, ich komme aus Syrien und wohne seit zwei Jahren in Deutschland und seit einem Jahr in Fulda. Diese Zeit war für mich sehr schwierig, aber ich habe währenddessen sehr viel gelernt und ich möchte euch das gerne erklären. Ich will etwas tun, damit wir uns besser verstehen lernen.

Ich habe eine neue Sprache gelernt. Ich habe gelernt, wie man den anderen akzeptiert, egal welcher Religion man angehört, welche Hautfarbe man hat oder aus welchem Land man kommt. Ich habe gelernt, in das Gesicht von mir fremden Menschen zu lächeln, auch wenn ich sie noch nicht kenne. Ich habe viel über die Gesetze, Bräuche und Traditionen in diesem Land gelernt.

Ich habe gelernt wie schön es ist, in Frieden und Freiheit leben zu können, seine Meinung frei äußern und frei wählen zu können. In Syrien wurden so viele Seelen geopfert, gerade für uns sind diese Freiheiten neu und wie ein Segen.

Ich weiß, dass wir die Gelegenheit nutzen sollen, die dieses Land uns gegeben hat. Wir wollen uns integrieren und Hand in Hand mit euch eine gemeinsame und bessere Zukunft aufbauen.

Aber nach der Wahl haben wir gemerkt, dass einige von euch nicht wollen, dass wir hier weiterleben, sondern dass wir in unsere Heimat zurückkehren. Aber diese Menschen haben uns gar nicht zugehört, sie wissen gar nicht, was wir alles verloren haben in unserem Leben. Aber unsere Träume haben wir nicht verloren, und diese Träume wollen wir verwirklichen. Wir wollen aktiv an dieser Gesellschaft mitwirken.

Ich möchte mit diesem Brief gerne den Menschen die Hand reichen, die vor uns Angst haben. Wir haben auch Angst vor euch, aber wir müssen diese Angst überwinden. Wir sind nicht freiwillig oder aus wirtschaftlichen Gründen hier gelandet. Wir wurden gezwungen, unser altes Leben aufzugeben. Wir möchten, dass wir friedvoll zusammenleben und zueinander stehen, weil wir zusammen stärker sind. Wir schaffen das alles nicht alleine, sondern nur zusammen.

Ich hoffe, dass ihr mich verstehen könnt. Bitte habt keine Vorurteile über uns, wir sind alle ganz unterschiedliche Menschen, so wie ihr auch. Wir brauchen eure Unterstützung und ein bisschen Zeit, damit alles seinen Gang nehmen kann.

Ich danke euch für alles und ich wünsche euch alles Gute!

Mofeed Abdalla

 

Ebenfalls veröffentlicht auf FuldaerZeitung.de 

Der Stream zur Podiumsdiskussion

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Auch wenn natürlich die ein oder andere Frage ungeklärt und manche Positionen schwammig blieben: die Podiumsdiskussion war ein riesen Erfolg. Unser Wohnzimmer war gerammelt voll und viele Interessierte folgten uns auf live auf Facebook. Wer die Chance verpasst hat, kann hier ein Bericht von fuldainfo lesen, oder die Diskussion online beim Offenen Kanal schauen. Wir empfehlen: noch vor der Wahl!

Klick:

 

Besuch der Europa Abgeordneten Ska Keller

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Vor etwas mehr als einer Woche waren wir bei der Veranstaltung “Zwischen Ausgrenzung und Integration – Diskussion mit Ska Keller” vom Bündnis 90 / Die Grünen Kreisverband Fulda mit gleich drei Ehrenamtlichen vertreten:  Reinhardt Asche von unserer Asylberatungsgruppe, die Ehrenamtliche Syrian Rawada aus Aleppo und Wohnzimmer-Projektkoordinator Jochen Schiersch. Im Anschluss kamen Ska Keller und eine Delegation der Grünen noch auf einen Besuch und ein ganz besonderes Abendessen in unserem Welcome In Wohnzimmer vorbei. Aghil Sharifi, iranischer Meisterbäcker und Welcome In-Ehrenamtlicher hat für den besonderen Besuch eine atemberaubende Wohnzimmer-Torte gebacken.

Hier ein paar Eindrücke von dem spannenden Abend! Danke Walter M. Rammler für die tollen Fotos!

 

PS: Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit. Wir reden mit allen politischen Parteien und stehen gerne Rede und Antwort, solange uns mit Respekt begegnet wird. Wir drehen Videos, schreiben Pressemitteilungen, nehmen an Diskussionsrunden teil, organisieren Filmeabende und vieles mehr. Habt ihr Lust mitzumachen? Schreibt uns eine Mail an meinung@welcome-in.org.

Ein Statement zur aktuellen Afghanistan-Politik

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In Afghanistan herrscht Krieg! Trotzdem wird das Land von der Bundesregierung immer wieder als “sicher” bezeichnet, es soll großflächig abgeschoben werden. Nun wurden die Asylanträge mehrerer Ehrenamtlicher unserer Initiative abgelehnt – die Abschiebung in die akute Lebensgefahr droht. Was das für Betroffene bedeutet und warum wir dagegen alle protestieren sollten, davon erzählt dieser Erfahrungsbericht unseres Aktiven Jochen Schiersch:

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Afghanistan ist kein sicheres Land

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Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat nun bestätigt, was uns Menschen aus Afghanistan hier in Fulda jeden Tag erzählen: Afghanistan ist KEIN sicheres Land! Seit April 2016 habe sich die Lage “insgesamt nochmals deutlich verschlechtert”, heißt es im ersten Satz des UNHCR-Berichts! “In ganz Afghanistan besteht ein hohes Risiko, Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Landesweit kann es zu Attentaten, Überfällen, Entführungen und anderen Gewaltverbrechen kommen.”, heißt es in der offiziellen Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Als Reaktion hat Schleswig-Holstein nun einen Abschiebestopp geplant.

Dennoch werden die Asylanträge von immer mehr Menschen aus Afghanistan abgelehnt, was Vielen große, existenzielle Sorgen bereitet. Bei unserer Informationsveranstaltung zu diesem Thema gestern abend hatten wir mehr als 80 Gäste, der Vortrag wurde sogar auf Gebärdensprache übersetzt.
Wir werden den Eindruck nicht los, dass hier populistische Symbolpolitik auf den Schultern schutzsuchender Menschen betrieben und dass die eindeutige Faktenlage systematisch ignoriert wird. Was soll das!?

Wir fordern deshalb die Landesregierung auf, dem Beispiel Schleswig-Holsteins zu folgen. Keine Abschiebungen nach Afghanistan! Unsere lokalen Politiker/-innen fordern wir energisch und mit großem Ernst auf, sich dafür einzusetzen, dass die restriktive Interview- und Ablehnungspraxis gegenüber Menschen aus Afghanistan beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sofort beendet wird!